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Gaia Conti

Gaia ohne Nachnamen

Lesbischer One-Night-StandQueer11 Min. Lesezeit

Eine Geschichte von Gaia Conti

Nach dem Auswärtsspiel landet Gaia Conti in einem Berliner Club, ohne den Nachnamen abzugeben. Die Frau an der Bar kennt weder Liga noch Trikot und nimmt sie trotzdem mit.

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Der erste Schnee des Winters blieb an den Mänteln kleben, als ich hinter der Theke des Clubs die Gläser kalt stellte und den Bass durch den Boden in die Fußsohlen ließ. Berlin hing draußen in der Nacht wie ein nasser Mantel, und drinnen roch es nach Schweiß, nach Zitrusreiniger und nach dem süßen Rauch, den niemand mehr zugeben wollte. Ich hatte die Spätschicht, die lange, in der die Gesichter weicher werden und die Hände ungeduldiger.

Sie kam allein, zweiundzwanzig, mit einer Haltung, die den Raum maß, ohne ihn zu bitten. Dunkles Haar, ein Körper, in dem Gerichtsstunden und Kurven denselben Platz beanspruchten, und ein enger schwarzer Stoff, der nichts versteckte. Kein Trikot, kein Name auf dem Rücken, nur eine Frau, die sich an meine Theke setzte und mich ansah, als prüfe sie, ob ich den Blick halten würde.

„Was trinkst du, wenn du nicht arbeiten musst?“, fragte sie auf Deutsch mit einem Akzent, der aus dem Süden kam und sich nicht entschuldigte.

Ich schenkte ihr trotzdem ein, etwas Bitteres, und lehnte mich über das Holz, nah genug, dass ihre Knie meine Hüfte fast berührten. „Heute trinke ich dich, wenn du bleibst.“

Sie lachte leise, nicht freundlich, sondern prüfend, und drehte das Glas zwischen den Fingern. „Viele bleiben nur lange genug, um zu schauen.“

„Ich schaue nicht von weitem“, sagte ich.

Jemand rief von der anderen Seite den Namen, den ich hier trug. „Samira, einmal das Tablett für den Hinterraum!“ Ich nickte, ohne mich umzudrehen, und schob das Tablett hinüber, weil ich ihren Mund nicht aus den Augen lassen wollte.

Sie hieß Gaia, nur Gaia, und sie erzählte von einem Spiel, das sie hinter sich gelassen hatte, Sätze, die lang wurden, solange es um den Wurf und den Körper ging, und kurz, sobald ich sie nach dem Bild hätte fragen können, das andere von ihr machen. Ich fragte nicht. Ich ließ die Hand unter der Theke auf ihren Oberschenkel sinken, fest, und sie öffnete die Knie einen Fingerbreit, als sei das die Antwort, auf die sie gewartet hatte.

Meine Finger fanden den Stoff ihrer Hose, dann die Wärme darunter, und sie atmete aus, ohne den Blick von mir zu nehmen. An der Theke bestellten zwei Frauen Schnaps, dicht neben uns, und Gaia rutschte näher an die Kante, sodass meine Hand zwischen ihren Beinen lag, verborgen und doch nicht, weil jeder, der genau hinsah, den Winkel ihrer Hüfte hätte lesen können. Ich strich über die Feuchtigkeit, die sich schon durch die Baumwolle drückte, und sie biss sich auf die Unterlippe, nicht schüchtern, sondern damit der Laut nicht den Bass übertrumpfte.

„Hier?“, flüsterte sie, und es klang nicht nach Angst.

„Hier“, sagte ich, „wenn du willst, dass sie es fast sehen.“

Sie wollte. Ich spürte es an dem Nicken, das kaum eines war, und an der Art, wie sie sich auf meine Finger schob, langsam, während über uns Gläser klirrten und jemand lachte. Meine Kuppe fand ihren Kitzler durch die nasse Baumwolle, kreiste, und Gaia hielt die Kante der Theke, die Knöchel weiß, das Gesicht ruhig wie bei einer Übung, die sie schon hundertmal gemacht hatte und die trotzdem jedes Mal neu brannte.


Ich ließ die Theke hinter einer Kollegin zurück und nahm Gaia am Handgelenk, nicht grob, nur eindeutig, und sie kam mit, als hätte sie auf genau diese Richtung gewartet. Der Gang zur Garderobe war schmal, schlecht beleuchtet, und die Tür zum Saal blieb einen Spalt offen, sodass Bass und Stimmen uns nachliefen. Ich drückte sie mit dem Rücken an die Wand, küsste sie hart, und sie öffnete den Mund sofort, zähnebleckend, hungrig, die Hände in meinem Nacken, als wolle sie prüfen, ob ich den Tausch halte oder doch nur das Bild von ihr.

„Nicht zurücktreten“, sagte sie gegen meinen Mund, und ich verstand den Satz, ohne die Nacht zu kennen, aus der er stammte.

„Ich trete nicht zurück“, antwortete ich und schob ihr die Hose über die Hüften, weit genug, dass meine Hand zwischen ihre Schamlippen glitt, in die Nässe, die schon auf meine Finger wartete. Gaia stöhnte in meinen Hals, ein tiefer Laut, und spreizte die Beine, obwohl hinter uns Schritte den Fliesenboden trafen. Eine Frau in einem langen Mantel ging vorbei, sah uns an, blieb einen Herzschlag stehen, und Gaia sah zurück, die Augen offen, den Mund halb, während ich zwei Finger in ihre Fotze schob und sie ausfüllte, fest, ohne Vorwarnung.

Sie war eng und heiß und so nass, dass es an meinem Handgelenk glänzte. Ich fickte sie mit der Hand gegen die Wand, den Daumen auf ihrem Kitzler, und sie hob das Becken entgegen, rhythmisch, als spiele sie nach Regeln, die nur ihr Körper kannte. Noch jemand kam, ein Paar diesmal, und sie flüsterten etwas, blieben aber nicht stehen. Gaia lachte atemlos an meinem Ohr und sagte, dass sie es spüre, die Blicke, und dass sie nicht wolle, dass ich langsamer würde.

„Dann komm so“, sagte ich, laut genug, dass es der Gang hätte hören können. „Mit offener Hose, wo sie dich sehen.“

Sie kam. Der Orgasmus riss ihr den Rücken von der Wand, ein Zittern, das in meinen Fingern endete, und sie biss mir in die Schulter, damit der Schrei im Stoff starb. Ich hielt sie dort, die Finger noch in ihr, und strich langsam weiter, bis die Nachbeben kleiner wurden und sie meinen Namen nicht kannte und trotzdem „bitte“ sagte, als gehöre das Wort schon mir. Speichel glänzte an ihrem Kinn. Ihre Hose klebte an den Knien. Im Lichtstreifen aus dem Saal war sie vollständig sichtbar, und sie machte keine Anstalt, sich zu bedecken.


Die Mitarbeitertoilette lag hinter einer unscheinbaren Tür, grau, mit einem Schloss, das ich nur halb umdrehte, weil uns beide der Gedanke nicht losließ, dass jemand kommen könnte. Das Licht war grell und unfreundlich, der Spiegel beschlagen, und Gaia stellte sich mit dem Gesicht zur Wand, die Hände auf dem kühlen Porzellan, den Arsch zu mir, als hätte sie den Rest der Nacht bereits entschieden. Ich kniete hinter ihr, zog ihr die Hose ganz herunter, und küsste zuerst die Innenseite ihrer Oberschenkel, wo der Schweiß nach Sex und nach Winter roch.

„Leck mich dort“, sagte sie, ohne sich umzudrehen, die Stimme rau. „Nicht zärtlich. Ich will spüren, dass du es tust.“

Ich spreizte ihre Backen mit beiden Händen und leckte über ihr Arschloch, langsam zuerst, dann flach und nass, bis sie sich gegen meinen Mund schob. Der Geschmack war hautwarm, ein wenig salzig, und Gaia stöhnte in das Waschbecken, die Stirn gegen den Spiegel, während ich die Zunge steif machte und in sie eindrang, so weit ich konnte. Meine Nase lag in ihrer Spalte, wo sie noch von meinen Fingern glänzte, und ich leckte sie in einem Zug vom Loch bis zum Kitzler und zurück, immer wieder, bis ihre Knie nachgaben und sie fluchte, italienisch und dann deutsch, durcheinander.

„Fick mich mit dem Mund“, keuchte sie, und ich tat es, die Hände an ihren Hüften, fest genug, dass die Abdrücke bleiben würden. Sie kam fast schon wieder, ein hohes, überraschtes Geräusch, und ich hörte nicht auf, bis sie mir in die Haare griff und meinen Kopf wegdrückte, nicht weil sie weniger wollte, sondern weil sie mehr brauchte als Zunge.

Ich stand auf, den Mund nass, und holte aus dem Spind neben der Tür den Gurt, den ich hier für Nächte wie diese aufbewahrte, schwarzes Leder, den Dildo schon festgeschnallt, dick genug, dass sie ihn spüren würde. Gaia sah zu, während ich ihn über die Hose zog und festzurrte, und sie grinste, dieses prüfende Grinsen, das nicht bewunderte, sondern einlud.

„Du bleibst also im Spiel“, sagte sie.

„Ich habe dir das schon gesagt.“


Ich drehte sie nicht um. Ich blieb hinter ihr, setzte die Spitze an ihre Fotze, die so nass war, dass der Dildo ohne Widerstand eintauchte, und schob ihn in einem Zug bis zum Ansatz in sie. Gaia schrie auf, kurz, und griff nach dem Rand des Beckens, die Arme durchgestreckt, den Rücken in einem Bogen, der ihre Kraft zeigte, ohne sie zu erklären. Ich fickte sie stehend, hart, die Hände an ihrem Becken, und jede Bewegung schlug Fleisch auf Fleisch, ein nasser Laut, den die Fliesen zurückwarfen.

„Tiefer“, sagte sie, und ich gab ihr tiefer, den Gurt fest gegen ihren Arsch, bis sie auf den Zehenspitzen stand und trotzdem nicht wegwollte. Im Spiegel sah ich ihr Gesicht, den offenen Mund, die Augen, die mich suchten, und ich hielt ihren Blick, während ich sie nahm, stoßweise, ohne Gnade und ohne Abstand. Jemand rüttelte einmal an der Tür, lachte, ging weiter, und Gaia presste sich stärker gegen mich, als wolle sie genau das, die Möglichkeit, gefunden zu werden, während der Dildo in ihr arbeitete.

Ich griff ihr in die Haare, zog den Kopf zurück, küsste sie seitlich, ungenau, und sie biss mir in die Unterlippe, bis ich Blut schmeckte, das meine war. „Nicht langsamer“, flüsterte sie. „Ich will, dass du mich hier kaputt fickst, ohne mich kaputt zu machen.“

Ich verstand den Unterschied. Ich hielt den Rhythmus, tief und gleichmäßig, und ließ eine Hand nach vorn gleiten, auf ihren Kitzler, zwei Finger, die mit jedem Stoß rieben. Gaia wurde laut, dann leiser, dann wieder laut, und ihre Fotze zog sich um den Dildo so eng, dass ich den Widerstand durch das Leder spürte. Sie kam nicht ganz, hing an der Kante, zitterte, und ich blieb in ihr, ruhig für einen Atemzug, nur damit sie den Füllungsgrad fühlte, das volle, unhöfliche Drücken.

„Sag, dass du es willst“, sagte ich an ihr Ohr.

„Ich will es“, antwortete sie, klar, erwachsen, ohne Spiel. „Ich will, dass du mich nimmst, bis ich nicht mehr stehen kann, und dass du danach nicht tust, als wär ich nur nass gewesen.“


Ich zog den Dildo aus ihr, langsam, und sie stöhnte über den Verlust, die Beine zittrig, den Arsch noch zu mir gewandt. Ich setzte mich auf die geschlossene Brille, zog sie mit dem Rücken gegen meine Brust, eine Hand unter ihrem Knie, sodass sie gespreizt in meinem Schoß saß, und schob drei Finger in ihre Fotze, den Handteller gegen ihren Kitzler. Gaia ließ den Kopf an meine Schulter fallen und stieß mit den Hüften gegen meine Hand, nass, unkontrolliert, und ich fickte sie so, fest und schnell, bis das Geräusch peitschte.

„Spritz“, sagte ich, nicht als Befehl, der sie kleiner machte, sondern als Einladung, die sie sich nehmen durfte. „Hier. Auf meine Hand. Ich will es sehen.“

Sie presste die Zähne zusammen, dann nicht mehr, und ein Stoß Flüssigkeit lief mir über die Finger, warm, heftig, auf den Fliesen, auf den Gurt, auf ihre eigenen Schenkel. Sie schrie in meine Halsbeuge, der ganze Körper eine einzige Anspannung, und ich hielt den Druck, rieb weiter, bis ein zweiter Schub kam, kleiner, und sie anfing zu lachen, erschöpft und ungläubig, die Augen feucht. Ich küsste ihr die Schläfe, während sie noch zuckte, und ließ die Finger in ihr, ruhig jetzt, nur anwesend.

„Siebenundzwanzig und du machst das in einer Toilette“, keuchte sie, und ich hörte die Neckerei, die prüfen wollte, ob ich jetzt, nach dem Höhepunkt, auf Distanz gehen würde.

„Zweiundzwanzig und du lässt es zu“, antwortete ich, und sie drehte den Kopf und küsste mich, langsamer als alles, was wir getan hatten, mit einer Zärtlichkeit, die nicht zum Gurt passte und trotzdem dazugehörte.


Ich schnallte den Gurt ab und ließ ihn auf den Boden fallen, als zähle das Leder nicht mehr. Gaia saß noch auf meinen Oberschenkeln, nackt von der Hüfte abwärts, und ich glitt vor ihr auf die Knie, nicht um erneut zu lecken, sondern um ihr das Knie zu küssen, genau die Stelle, wo der Knochen unter der Haut lag und der Winter die Haut trocken gemacht hatte. Der Kuss war klein und dauerte länger als er musste. Ich legte die Stirn daran, hielt ihre Wade, und für einen Moment schmeckte die Nacht nicht nach Club und nicht nach anonymer Härte, sondern nach etwas, das man behalten wollte.

Gaia legte die Hand in mein Haar. Sie atmete einmal sehr bewusst und setzte an, einen Namen zu sagen, der vollständiger war als der, den sie mir gegeben hatte, ein ganzer Name, der wie eine Bitte klang, behaltet mich. Die erste Silbe stand schon im Mund. Dann schluckte sie ihn, hörbar, und strich mir über den Scheitel, als wäre nichts gesagt worden.

„Gaia“, wiederholte sie nur, und ich küsste das Knie noch einmal, weil ich den Rest gehört hatte, ohne ihn zu besitzen.

Wir blieben. Nicht im Klo, das zu hell war, sondern auf der schmalen Couch im Hinterraum, wo die Mäntel der Mitarbeiter hingen und der Bass nur noch eine Erinnerung war. Ich hielt sie, den Arm um ihren Bauch, die Nase in ihrem Haar, und sie ließ sich halten, stundenlang, mit einer Schwere, die nicht zu einer Nacht ohne Nachnamen passen wollte. Draußen wurde der Winterhimmel langsam grau. Sie schlief nicht richtig, und ich auch nicht. Wir redeten von nichts Wichtigem, von der Heizung, die zu laut war, von einem Witz, den eine Gästin an der Theke gemacht hatte, und zwischendurch küsste sie meine Finger, die noch nach ihr rochen.

Als das erste Licht die hohe Kellerfensterscheibe erreichte, stand sie auf und zog die Hose an, langsam, als koste jeder Zentimeter Stoff etwas. Ich sah zu, ohne sie festzuhalten. Sie setzte an, etwas zu sagen, das nach Frühstück klang, und ließ es wieder.


Am Tramhalt vor dem Club stand der Morgen wie eine nasse Glasscheibe zwischen uns. Die Schienen glänzten, ein Hund bellte irgendwo im Hinterhof, und Gaia hatte den Mantel bis zum Kinn geschlossen, als könne Stoff eine Nacht unsichtbar machen. Ich trat von einem Fuß auf den anderen, die Kälte in den Knöcheln, und sie sah mich an, lange, mit diesem Blick, der nicht mehr prüfte, ob ich im Tausch blieb, sondern ob sie selbst es tat.

„Ich gebe dir keinen Nachnamen“, sagte sie, und die Stimme war fest, fast freundlich. „Wenn ich bleibe, musst du mich behalten. Wenn ich gehe, habe ich genau das weggeworfen, wofür ich gekommen bin.“

„Dann geh nicht so, als hättest du verloren“, sagte ich. „Ich habe dich ohne jedes Trikot gewollt. Das bleibt.“

Die Bahn kam mit diesem hohen, berlinerischen Quietschen. Gaia stieg ein, drehte sich im Türrahmen noch einmal um, und für einen Herzschlag sah ich in ihrem Gesicht den Satz, den sie nicht ausgesprochen hatte, größer werden statt kleiner. Die Türen schlossen sich. Ich blieb auf dem Bürgersteig, die Hände in den Taschen, und sah, wie sie sich setzte, das Kinn hoch, den Körper schon wieder in der Haltung einer Frau, die gleich arbeiten würde.

Der Hunger sitzt jetzt in ihrer Arbeitskleidung: als Nächstes liegt ein Termin im Büro der Ausrüsterin.