
Gaia über dem Schreibtisch
Lesbische Erotik im BüroQueer11 Min. Lesezeit
Eine Geschichte von Gaia Conti
Im Frankfurter Büro der Ausrüsterin soll Gaia Conti nur Kampagnenbilder absegnen. Claudia lässt die Poster hängen. Gaia setzt sich darüber.
Der Frühling lag schon warm über Frankfurt, als Gaia Conti in meinem Büro Platz nahm und die Poster an der Glaswand sie von allen Seiten ansahen. Das Licht fiel schräg durch die Scheiben und legte sich auf ihr Haar, das sie offen trug, dunkel und noch ein wenig feucht vom Nachmittag, als hätte sie sich nur rasch die Hände gewaschen, bevor sie heraufkam. Sie war zweiundzwanzig, Stürmerin in der Serie A, und sie sollte nur die Kampagnenbilder absegnen, die ich seit Wochen für die Ausrüsterin vorbereitet hatte. Ich führte ihre Bildrechte, ich sprach von Platzierung und von dem, was eine Marke von einem Gesicht wie ihrem brauchte, und ich hörte mich selbst, als würde ich Papier beschreiben statt einer Frau. Ihre Beine waren übereinandergeschlagen, der Stoff der Hose spannte über dem Oberschenkel, und irgendwo zwischen den Sätzen merkte ich, dass ich den Rhythmus ihrer Atmung mitzählte statt der Punkte auf meiner Liste. Gaia saß mit dem Rücken zu den Fenstern, den Blick fest auf mich, und sie nahm den Stuhl ein, als gehöre der Raum bereits ihr.
„Du redest, als könntest du mich falten“, sagte sie, und das Lächeln blieb neckisch, ohne sich zu entschuldigen. Ich hörte den Akzent unter dem Deutschen, weich und bestimmt, und ich hätte etwas Professionelles erwidern können, etwas über Layouts und Freigaben, aber der Satz blieb mir im Hals. Ich war sechsunddreißig und gewohnt, Talente zu führen, und trotzdem spürte ich, wie sich etwas in mir festzog, weil sie nicht wegsah. Die Drucke zeigten sie im Trikot, den Mund halb offen, die Brust straff unter dem Stoff, und ich wusste, dass die Kampagne genau dieses Bild brauchte. Gaia ließ den Blick über meinen Schreibtisch wandern und blieb bei meiner Hand, die noch auf einem Vertrag lag. Ihre Finger trommelten einmal kurz auf die Tischkante, ungeduldig und spielerisch zugleich.
„Dann häng sie nicht ab“, fuhr sie fort. „Ich will sie sehen, während du mich nimmst.“
Die Worte lagen zwischen uns, klar, ohne Flüstern, und ich spürte, wie die Luft im Büro enger wurde, warmer noch als der Frühling draußen. Ich hätte die Glastür abschließen können, als draußen die letzten Aktenmappen verschwanden. Ich tat es nicht. Gaia merkte es und blieb im Gespräch, statt mich nur anzustarren, und das war die Probe, die sie jedem stellte. Sie redete weiter von der Kampagne, von dem Grün des Trikots, das sie auf dem Platz nicht so hell fand wie auf dem Papier, und ich antwortete, obwohl ich nur noch ihren Mund sah. Was im Club begonnen hatte, setzte sich hier fort, wo ihr Gesicht an jeder Wand hing. Die Sonne stand schon tiefer, der Flur wurde leiser, und ich ließ die Tür einen Spalt offen, weil sie es so wollte und weil ich es auch wollte.
Gaia kam um den Schreibtisch, ohne um Erlaubnis zu fragen, und kniete sich zwischen meine Knie, während ich noch die Jacke aufhatte. Der Teppich knirschte leise unter ihren Knien, und sie sah kurz zu mir hoch, dieses gleiche Lächeln, bevor ihre Hände den Stoff fanden. Ihre Hände schoben den Rock hoch, fest, und ich spürte ihren Atem an der Innenseite meiner Schenkel, bevor ihre Zunge mich fand. Die Wärme ihres Mundes kam zuerst durch den Stoff, dann der Druck, dann das nasse Ziehen. Sie leckte mich durch den Stoff der Unterwäsche, langsam zuerst, dann mit einem Druck, der mich den Stuhl packen ließ. Ich war noch feucht von dem, was sie gesagt hatte, und sie schmeckte das, zog den Stoff zur Seite und strich mit der Zunge über meine Schamlippen, als hätte sie den ganzen Nachmittag darauf gewartet. Ich hörte mich atmen, zu laut für ein Büro, in dem noch jemand den Flur entlanggehen konnte, und Gaia machte ein kleines Geräusch der Zustimmung, als hätte sie genau das hören wollen.
Das Telefon klingelte. Ich nahm ab, weil eine erwachsene Kollegin aus dem Vertrieb noch Zahlen brauchte, und Gaia hörte den Namen und blieb trotzdem, wo sie war. Ihre Zunge hielt inne, nur einen Herzschlag, dann ging sie tiefer, langsamer, als wolle sie mich zwingen, den Satz zu Ende zu bringen. „Claudia, bist du noch da?“, fragte die Stimme in der Leitung, und ich sagte ja, während Gaia meine Klitoris zwischen die Lippen nahm und saugte. Der Stuhl knarrte, als ich die Hüften nicht stillhalten konnte. Ich sprach von Lieferfenstern und von der ersten Schaltung, und meine Stimme blieb fast eben, obwohl Gaia's Zunge in mich glitt, flach und nass, dann spitz, dann wieder flach. Sie hielt meine Hüften fest, damit ich nicht ausweichen konnte, und ich wollte auch nicht ausweichen. Die Kollegin redete weiter, und ich hörte mich antworten, während Gaia zwei Finger in meine Fotze schob und sie in demselben Rhythmus bewegte, in dem sie mich leckte. Ich spürte, wie ich mich um sie zusammenzog, warm und nass, und irgendwo in dem Gespräch sagte ich ein Ja, das nicht zu den Zahlen gehörte.
Ich kam nicht, nicht ganz, weil ich den Anruf halten musste, und Gaia wusste das. Sie verlangsamte, ließ die Finger in mir, leckte ringsum, und ich spürte, wie ich tropfte, auf den Stuhl, auf ihre Hand. Als ich auflegte, zog sie die Finger heraus, sah zu mir hoch und steckte sie sich in den Mund. Sie ließ sich Zeit, schmeckte, und ihre Augen blieben auf meinem Gesicht. „Du bleibst“, sagte sie nur, und es war keine Frage.
Der Konferenztisch lag voller Drucke, Bögen neben Bögen, ihr eigenes Gesicht im Trikot, der Schriftzug der Marke über ihrer Schulter. Gaia stieß zwei Stapel zur Seite, setzte sich auf die Kante und zog mich zwischen ihre Knie. Das Papier raschelte, rutschte, und irgendwo knickte eine Ecke unter ihrem Gewicht. Sie küsste mich so, dass ich mich selbst auf ihrer Zunge schmeckte, und ihre Hand lag im Nacken, nicht zärtlich, sondern haltend. Der Kuss war nass und lang, und ich spürte ihre Zähne kurz an meiner Unterlippe.
„Hier“, sagte sie gegen meinen Mund. „Zwischen denen. Nicht in einem Zimmer, das niemand kennt.“
Ich verstand, was sie verlangte. Die Spielerin und die Frau sollten denselben Tisch haben, denselben Boden, dieselbe Luft. Ich öffnete ihr Hemd, knöpfte es langsam auf, obwohl nichts an diesem Abend langsam blieb, und ihre Brust war warm unter meinen Handflächen, die Haut straff von der Arbeit auf dem Platz, die Nippel schon hart. Ich strich mit den Daumen darüber, hörte, wie ihr Atem sich veränderte, und Gaia stöhnte, als ich sie zwischen Daumen und Finger nahm, und sie schob ihre Hüfte gegen mich, fordernd, ohne zu erklären, warum ihr Körper das durfte. „Weiter“, sagte sie, kaum mehr als ein Laut. Ich zog ihr die Hose herunter, dann das Höschen, und sie half mit, indem sie den Po anhob, den Blick dabei auf einem Poster, das sie im Angriff zeigte.
„Du verwaltest das Bild“, sagte sie, und ihre Stimme wurde kurz, sobald es um sie als Abbildung ging. „Dann nimm auch den Rest.“ Ich kniete mich vor den Tisch, zog sie an den Schenkeln nach vorn, bis ihr Po an der Kante hing, und ich sah sie, offen, feucht, die Schamlippen dunkel und glänzend. Der Geruch von ihr war warm, salzig, etwas von der Dusche und etwas, das nur Haut war. Die Poster umrahmten sie, und ich wollte sie genau dort zubereiten, wo die Kampagne sie verkaufen würde.
Ich leckte sie aus, ohne Anlauf, die Zunge flach über die ganze Länge ihrer Fotze, dann enger, dann in sie hinein. Gaia griff in mein Haar und hielt mich dort, die Schenkel weit, der Rücken auf den Drucken, und sie stöhnte meinen Atem in den Raum, der noch nach Toner und Kaffee roch. Ich hörte das feuchte Geräusch meiner Zunge, hörte sie fluchen, leise, auf Italienisch zuerst, dann auf Deutsch. Ich saugte an ihrer Klitoris, ließ sie los, kam wieder, und ich spürte, wie sie nasser wurde, wie es mir übers Kinn lief. Zwei Finger schob ich in sie, bog sie nach vorn, und Gaia stieß sich entgegen, als wollte sie tiefer, härter, alles auf einmal. Ihre Innenseite war heiß und eng, und sie presste die Fersen gegen meinen Rücken.
„Schau nicht weg“, sagte sie, und ich wusste, sie meinte die Poster und mich zugleich. Ich leckte weiter, die Zunge neben den Fingern, dann über sie, und Gaia kam das erste Mal mit einem Laut, der den Glasflur hätte wecken können. Sie zitterte, die Innenseite ihrer Schenkel nass an meinen Ohren, und ich hörte nicht auf, bis sie mich am Haar zurückzog, lachend und außer Atem. Speichel und sie selbst glänzten auf meinem Mund, und sie wischte mit dem Daumen darüber, steckte ihn sich zwischen die Lippen, als wolle sie den Kreis schließen. „Gurt“, sagte sie. „Du hast ihn. Ich hab ihn in der Schublade gesehen.“
Ich hatte ihn. Den Gurt mit dem Schwanz aus Silikon, den ich für Abende behielt, von denen niemand in diesem Büro wissen sollte. Ich schnallte ihn um, über dem Rock, der Schwanz stand dunkel und fest nach vorn, und Gaia sah zu, wie ich Speichel in die Hand nahm und ihn damit rieb, langsam, damit sie zusehen musste. Das Silikon glänzte, schwer in meiner Hand, und sie biss sich auf die Unterlippe. Sie lag noch auf dem Tisch, die Beine offen, das Trikotmotiv unter ihrem Rücken zerknittert, und sie griff nach mir, zog mich zwischen ihre Schenkel, als wäre das ihr Recht.
Ich schob den Schwanz in sie, erst die Spitze, dann tiefer, und Gaia atmete aus, lang, als hätte sie darauf gewartet, seit sie den Raum betreten hatte. Ich fühlte den Widerstand, dann das Nachgeben, das nasse Gleiten. Ich fickte sie über dem Druck, auf dem sie selbst im Trikot den Ball führte, und jede Bewegung schob das Papier unter ihr, bis die Kanten knitterten. Sie war eng und nass, nahm ihn ganz, und ich hielt ihre Hüften, stieß fest, hörte, wie sie nass klang, jedes Mal wenn ich bis zum Gurt in sie glitt. Gaia schaute mich an, dann das Poster neben ihrem Kopf, dann wieder mich, und sie lächelte dieses neckische Lächeln, mit dem sie prüfte, ob ich im Tausch blieb. „Härter“, sagte sie. „Du darfst.“
Ich spuckte ihr in den Mund. Sie öffnete ihn, nahm es, schluckte nicht sofort, ließ mich sehen, was ich getan hatte, und dann schluckte sie und stöhnte, als ich wieder zustoß. Ich griff in ihr Haar, fest, ohne zu reißen, und zog ihren Kopf zurück, bis der Hals frei lag, und ich fickte sie härter, der Gurt schlug gegen sie, ihre Klitoris rieb am Ansatz. Hinter der Glaswand ging eine Kollegin vorbei, erwachsen, mit einer Tasche, den Blick vielleicht einen Herzschlag zu lang auf uns, und wir hörten nicht auf. Gaia sah die Bewegung im Augenwinkel und wurde enger um den Schwanz, als wollte sie genau das, gesehen zu werden und trotzdem genommen zu werden. Ein Laut kam ihr, halb Lachen, halb Stöhnen, und ich spürte, wie sie sich um mich zusammenzog.
„Nicht auf die Poster schauen“, sagte Gaia, und ihre Stimme war heiser, befehlend, obwohl ich über ihr lag. „Nicht jetzt.“ Ich wollte ihr Gesicht halten, nur sie, und sie ließ mich einen Stoß lang. Dann nahm sie mein Kinn, drehte meinen Kopf genau dorthin, wo ihr eigenes gedrucktes Gesicht uns ansah, der Mund auf dem Papier halb offen wie ihrer jetzt, und sie sagte: „Jetzt schon. Schau hin, während du mich fickst.“
Ich schaute. Ich sah die Kampagne und die Frau darunter, denselben Mund, denselben Körper, und ich stieß tiefer, zog sie an den Haaren zum nächsten Kommen, und Gaia kam mit einem Laut, der gegen das Glas schlug, die Fotze pulsend um den Schwanz, die Hände in meinem Blazer. Sie ließ mich nicht heraus, hielt mich mit den Schenkeln, bis das Zittern nachließ, und ich spürte, wie nass der Tisch war, wie das Papier unter ihr dunkle Flecken annahm.
Ich zog mich zurück, löste den Gurt, und Gaia blieb liegen, die Beine noch offen, der Atem unruhig, ein Lächeln, das nicht mehr neckisch war, sondern irgendetwas Müdes und Waches zugleich. Schweiß stand ihr auf der Brust, das Hemd lag offen daneben, und die Drucke klebten an ihrem Rücken. Ich leckte sie noch einmal, langsam, nur um den Geschmack zu behalten, und sie zuckte, zu empfindlich, und ließ es trotzdem zu. Ein leises „bleib“ kam über ihre Lippen, obwohl ich schon da war. Draußen war der Flur wieder leer. Die Kollegin war weitergegangen, und die Kampagne würde montags schalten, als wäre dieser Tisch nie nass gewesen.
Gaia setzte sich auf, zog das Hemd über die Brust, nicht ganz zu, und sah die Poster an, als würde sie sie zum ersten Mal verstehen. „Die laufen trotzdem“, sagte sie. Es war kein Vorwurf. Ich wusste, was es sie kostete: die letzte Ausrede, Spielerin und Frau in getrennten Zimmern zu halten. Das Büro hatte beide beschmutzt, den Druck und die Haut, und nichts davon ließ sich zurückfalten. Ich machte ein Foto, nicht fürs Archiv, nur für mich, Gaia auf dem Tisch, die Poster unscharf hinter ihr, der Mund noch rot. Sie sah die Bewegung des Telefons und widersprach nicht. „Schick es mir“, sagte sie nach einem Moment, leise, und ich nickte.
Später, als die Stadt unter uns schon Lampen anzündete, saß sie auf der Fensterbank und scrollte auf ihrem Handy, die Beine noch bar, die Hose über dem Arm. Der Main lag irgendwo da unten, unsichtbar hinter den Dächern, und der Geruch von Toner war einem anderen gewichen, Haut und Sex und offenes Fenster. Ich räumte die nassen Bögen zusammen und wusste, dass ich das eine Bild behalten würde, das nicht in irgendeinen Ordner gehörte. Gaia tippte, hielt inne, sah mich an. „Kein Hotel“, sagte sie. „Ich buch einen Platz. Zelt. Irgendwo, wo nichts von mir an der Wand hängt.“
Sie sprach es nicht zu Ende, den Satz davon, behalten zu werden, und ich hörte die Lücke trotzdem. Ich trat neben sie, die Hand am Rahmen, und sie lehnte den Hinterkopf kurz gegen mein Handgelenk, nur so lange, wie es keine Geste für andere gewesen wäre. Der Frühling stand noch in den offenen Fenstern, Frankfurt brummte unten, und die Poster trockneten an der Glaswand, als wäre nichts geschehen. Gaia zog die Hose an, küsste mich kurz, fest, und ließ die Glastür hinter sich offen, genau so, wie ich sie den ganzen Abend nicht abgeschlossen hatte.