Gaia über dem Schreibtisch
Im Frankfurter Büro der Ausrüsterin soll Gaia Conti nur Kampagnenbilder absegnen. Claudia lässt die Poster hängen. Gaia setzt sich darüber.
Hierher gehören queere erotische Erzählungen, die Begehren zwischen erwachsenen lesbischen, schwulen, bisexuellen, trans und nichtbinären Figuren behandeln. Das Regal richtet sich an Leserinnen und Leser, die solche Geschichten als eigenständige Literatur lesen. Es handelt sich um Originaltexte.
4 Geschichten
Lesbische und queere Sexgeschichten stehen in diesem Regal. Die Erzählungen handeln von erwachsenen Frauen, die einander in Räumen begegnen, die zuerst einem anderen Zweck dienen: dem Büro, dem Platz am See, der Bar und dem Saal nach der Vorstellung. Der Ton ist ruhig und körperlich, ohne Pathos und ohne Spektakel. Was die Stücke verbindet, ist das Verlangen, das sich im Arbeitszimmer festsetzt, die Nähe auf einem Zeltplatz am Wasser, eine einzige gemeinsame Nacht mit einer Unbekannten und eine Zuneigung, die nach Liebe schmeckt, denselben Namen aber meidet.
Gaia über dem Schreibtisch erzählt von Gaia Conti im Frankfurter Büro der Ausrüsterin, wo sie Kampagnenbilder absegnen soll. Claudia lässt die Poster hängen, und aus dem Arbeitstermin wird eine private Lage. Gaia bleibt bis zum Morgen erzählt von derselben Frau, die in der spielfreien Woche an einem kleinen Platz am Staffelsee zeltet. Die Wirtin Marlene erkennt sie und tritt trotzdem nicht zurück. Gaia ohne Nachnamen erzählt vom Abend nach dem Auswärtsspiel, an dem sie in einem Berliner Club landet. Die Frau an der Bar kennt weder Liga noch Trikot und nimmt sie trotzdem mit.
Das Regal nimmt Leserinnen und Leser auf, die solche Begegnungen als erzählte Prosa lesen. Die Figuren handeln einvernehmlich, die Nächte bleiben endlich, die Orte konkret. Frei zugänglich sind die Texte, ein Konto wird nicht verlangt. Bild und Ton gehören nicht zum Angebot.
Gaia Conti kehrt in mehreren Stücken wieder, und mit ihr ein Kreis erwachsener Frauen, der sich um Büro, See, Club und Kino legt. Einige Erzählungen gehören zu einer Folge, andere stehen für sich. Jede Woche kommt eine neue hinzu. Ein beliebiger Text genügt als Anfang, die anderen finden sich später.