
Christine und das andere Paar
SwingerpartyGruppe11 Min. Lesezeit
Eine Geschichte von Christine Flores
Christine fährt mit dem Mann von München zu einer privaten Party in einer Hamburger Villa. Es sind zwei Paare. Sie tun so, als wären sie das eine.
Der Herbstregen hatte die Elbchaussee in Hamburg zu einer dunklen, glänzenden Bahn gemacht, und die Villa der Bertholds lag in Blankenese hinter einer Hecke aus Buchen, deren Blätter schon in Kupfer und Rost fielen. Ich stieg mit Christine aus dem Wagen, hielt ihr den Schirm über den Scheitel und sah, wie sie die Stufen hinaufging, den unfertigen Südseeperlen-Choker am Hals, der sich bei jedem Atemzug verschob, weil die Fassung noch fehlte. Wir kamen aus München als Paar für diesen Abend, obwohl das Wort zwischen uns noch nicht festsaß, und Anna Berthold öffnete uns die Tür, vierunddreißig, mit einem Lächeln, das den Regen und uns zugleich einließ. Hinter ihr stand Henrik, sechsunddreißig, das Hemd offen bis zur Brust, und er nahm uns die Mäntel ab, als wäre das der Anfang von etwas, das schon beschlossen war.
Christine setzte sich in den Salon, das Knie gegen meins, zweiundzwanzig und so gefasst, dass man den Abstand erst spürte, wenn man ihn überqueren wollte. Wir tranken Rotwein, der nach nasser Erde schmeckte, und Anna fragte nach der Kette, nach dem Auftrag, und Christine antwortete nicht mit einem Gefühl, sondern damit, wie sie entschieden hatte, die Perlen nicht zu archivieren, sondern sie in die Gegenwart zu ziehen. Ich hörte zu und dachte an den unbeschrifteten Hals der Nacht zuvor und ließ alles andere ungenannt. Henrik lehnte an der Fensterbank und sah uns zu, und ich merkte, dass Christine seinen Blick nicht abwehrte, sondern ihn umkreiste, als prüfe sie, ob er mitkäme.
„Ihr spielt das gut“, sagte Anna und füllte die Gläser nach, und ihre Stimme war warm und eindeutig genug, dass niemand nachfragen musste. Christine lachte leise und legte die Hand auf meinen Oberschenkel, nicht heimlich, und ich spürte, wie der Abend kippte, bevor jemand uns aufforderte. Henrik setzte sich zu uns, das Knie berührte Christines, und für einen Moment waren wir vier Menschen in einem Raum, der zu groß war für Smalltalk und zu klein für Zurückhaltung. Anna stand auf, löste den Reißverschluss ihres Kleides und ließ den Stoff zu Boden gehen, und sie blieb stehen, nackt bis auf die Schuhe, und sah Christine an, als warte sie auf eine Antwort, die nicht aus Worten bestand.
Christine stand ebenfalls auf, ohne mich um Erlaubnis zu fragen, und ich blieb sitzen, weil ich wollte, dass sie das tat, und weil ich sehen wollte, wie sie es tat. Sie zog das Kleid über den Kopf, langsam, und der Choker blieb liegen, die Perlen hell gegen ihre Haut, und darunter trug sie nichts, was den Abend noch hätte verzögern können. Henrik atmete hörbar aus, und Anna trat näher, berührte Christines Hüfte mit zwei Fingern, als prüfe sie Material. Ich öffnete mein Hemd, weil das die einzige ehrliche Bewegung war, die mir blieb, und Henrik tat dasselbe, und dann lagen vier Körper in einem Licht, das zu höflich war für das, was wir vorhatten.
Anna küsste Christine zuerst, nicht zaghaft, und Christine erwiderte den Kuss mit einer Ruhe, die mich härter machte als jede Eile. Ich sah zu, und ich wollte zusehen, und Christine drehte den Kopf einen Moment zu mir, die Lippen feucht, und in diesem Blick lag die Erlaubnis, dass ich bleiben und alles mitnehmen durfte. Henrik trat hinter Anna, fasste ihr die Brust, und seine andere Hand wanderte zu Christines Taille, und ich rutschte näher, bis ich Annas Oberschenkel unter der Hand hatte, warm und fest. Die Frauen küssten sich weiter, und ihre Hände gingen tiefer, und ich hörte, wie Christine laut wurde, ein Laut, den ich noch nicht von ihr kannte, weil er nicht für mich allein gedacht war.
„Schau sie dir an“, sagte Henrik leise zu mir, und ich schaute, und Christine schaute zurück, während Annas Mund an ihrem Hals arbeitete, knapp unter den Perlen. Ich strich Annas Scham, fand sie nass, und Christine beobachtete meine Hand, als gehöre diese Beobachtung zum Stück. Henrik fasste Christines Brust, den Daumen über die Warze, und sie presste sich in seine Hand, ohne den Blick von mir zu nehmen. Der Regen schlug gegen die Scheiben, und im Salon roch es nach Wein und Haut, und niemand tat so, als wäre das noch ein Gespräch.
Anna ging vor Christine auf die Knie, auf den Teppich, und schob ihre Schenkel auseinander mit einer Bestimmtheit, die keine Frage mehr offenließ. Ich saß nah genug, um zu sehen, wie Annas Zunge Christines Schamlippen öffnete, langsam, und Christine stützte sich an meiner Schulter, die Finger in meinem Haar, und ich spürte ihr Zittern, bevor sie einen Laut machte. Henrik kniete hinter Anna, zwei Finger in ihr, und er sah zu, wie seine Frau Christine leckte, und ich sah ihm dabei zu, und uns beiden gefiel dieser Kreis aus Blicken. Christine stöhnte, die Knie weich, und ich hielt sie, eine Hand in ihrem Rücken, die andere an Annas Hinterkopf, nicht um zu steuern, sondern um dazuzugehören.
Anna leckte gründlich, die Zunge flach, dann spitz gegen den Kitzler, und Christine öffnete die Schenkel weiter, als wolle sie gesehen werden, und ich wollte sie genau so sehen. Henrik zog die Finger aus Anna, glänzend, und führte sie zu meinem Mund, und ich nahm sie, den Geschmack fremd und salzig, und Christine beobachtete das mit halb geschlossenen Augen und einem Lächeln, das nichts Unschuldiges mehr hatte. Dann wechselten die Frauen, ohne Absprache, und Christine kniete, den Choker schwer am Hals, und leckte Anna, während ich Annas Brüste von hinten fasste und Henrik Christines Hinterteil strich, die Spalte, die schon feucht war.
„Sie schmeckt nach dir“, sagte Christine gegen Annas Scham, und Anna lachte atemlos und presste sich enger an Christines Mund. Ich war hart, schmerzhaft hart, und ich rieb mich an Christines Hüfte, während sie Anna leckte, und Henrik tat dasselbe von der anderen Seite, sein Schwanz gegen Christines Wange, und sie drehte den Kopf und nahm ihn kurz zwischen die Lippen, nur um zu zeigen, dass sie uns beide im Blick hatte. Dann ging sie zurück zu Anna, die Zunge tief, und Anna kam fast, die Schenkel zitternd, und ich hielt sie fest, damit sie nicht wegkippte. Henrik flüsterte etwas, das ich nicht verstand, und Christine verstand es, denn sie nickte, den Mund noch an Anna, und der Abend verschob sich in den Tausch, den niemand mehr verhandeln musste.
Ich legte Anna auf das Sofa, auf den Rücken, und sie zog die Knie hoch, die Füße an meiner Hüfte, und ich schob mich in sie mit einem Stoß, der uns beide laut machte. Sie war eng und nass, und sie blickte nicht zu mir, sondern zu Christine, die neben uns auf dem Teppich kniete, während Henrik hinter sie ging und in sie eindrang, langsam zuerst, dann fester. Christine stöhnte in den Teppich, die Perlen klackten leise, und sie streckte eine Hand nach mir aus, fand meinen Nacken, und zog mich herunter, bis sie mich küssen konnte, während ein anderer Mann in ihr war. Der Kuss schmeckte nach Anna, und ich fickte Anna härter, weil Christine mich so küsste, als gehöre dieser Widerspruch uns.
Anna krallte sich in die Polster, die Brüste wippten, und sie sah zu, wie Henrik Christines Hüften hielt und in sie stieß, und ich sah dasselbe, und das Zusehen war ein Teil des Fickens, nicht sein Rand. Christine küsste mich weiter, unordentlich, die Lippen offen, und zwischen den Küssen sagte sie meinen Namen nicht, sagte sie gar nichts Festes, und ich verstand, dass sie mich in Anspruch nahm, ohne mir zu erklären, wie. Henrik stöhnte, der Rhythmus wurde roh, und Christine drückte den Hintern ihm entgegen, während ihre Hand in meinem Nacken blieb, fest, als lege sie eine Schließe, die nicht mehr aufgehen sollte. Ich kam fast zu früh in Anna, zog mich zurück, atmete, und Anna lachte und strich mir über den Schwanz, feucht von ihr.
„Gib sie ihm“, sagte Anna zu Henrik, und Henrik zog sich aus Christine, glänzend, und Christine drehte sich zu mir, den Mund offen, und küsste mich wieder, während Anna meine Eichel gegen ihre Scham rieb, als wolle sie mich nicht ganz verlieren. Dann schob Henrik Christine auf alle viere, den Kopf zu mir, und Christine nahm meinen Schwanz in den Mund, tief, während Henrik sie von hinten nahm, und ich spürte jeden Stoß in ihrer Kehle, als wäre ich in derselben Bewegung. Sie lutschte gierig, speichelte, die Augen nass, und ihre Hand lag wieder in meinem Nacken, nicht zärtlich, sondern festlegend, und ich hielt ihr den Kopf und ließ sie arbeiten, weil sie das wollte und weil ich es wollte.
Henrik fickte sie hart von hinten, die Hände an ihren Hüften, und Christine nahm mich tiefer, würgte leise, ließ nicht ab, und Speichel lief ihr ans Kinn und tropfte auf den Teppich. Ich sah hinunter auf den Choker, der sich verschoben hatte, eine Perle fast unter ihrem Kiefer, und ich dachte daran, dass dieses Stück nie sauber übergeben werden würde, und dann dachte ich nichts mehr, weil sie mich so lutschte, als wolle sie mich behalten und gleichzeitig an Henrik abgeben. Anna kniete neben uns, küsste Christines Schulter, dann meinen Bauch, und ihre Hand fasste Henriks Schwanz, dort wo er in Christine verschwand, und strich die Stelle, an der sie sich trafen. Christine stöhnte um meinen Schwanz, die Vibration ging mir in den Unterleib, und ich musste ihr das Haar aus dem Gesicht streichen, um sie zu sehen.
„Halt ihn“, sagte Christine, den Mund frei für einen Atemzug, und sie meinte mich, und ihre Hand blieb in meinem Nacken, der Daumen hinterm Ohr, genau so, wie man eine Schließe festlegt, bevor man sie nicht mehr öffnet. Henrik stieß tiefer, und Christine keuchte, nahm mich wieder, und ich fickte ihren Mund im Gegentakt zu ihm, und Anna sah uns zu mit einem Blick, der hungrig und zufrieden zugleich war. Dann zog Anna Christine nach hinten, weg von meinem Schwanz, und setzte sich ihr aufs Gesicht, die Schenkel links und rechts, und Christine leckte sofort, die Hände an Annas Hüften, als hätte sie darauf gewartet. Ich kniete vor Christine, schob mich in ihre Fotze, noch nass von Henrik, und sie war so offen, dass ich bis zum Anschlag hineinging, und sie stöhnte in Anna hinein.
Henrik stellte sich vor Christines Kopf, neben Annas Hüfte, und Christine nahm ihn in den Mund, während ich sie fickte, und Anna rieb sich auf Christines Zunge, den Kopf in den Nacken gelegt. Wir nahmen sie nacheinander, zuerst ich, dann zog ich mich raus und Henrik schob sich in sie, und Christine lutschte mich in der Zwischenzeit, unordentlich und nass, und dann wieder umgekehrt, und sie gab den Ablauf nicht vor, sie nahm, was kam. Schließlich lag sie auf der Seite, Anna immer noch über ihrem Mund, und ich in ihrer Fotze, Henrik in ihrem Mund, und wir bewegten uns gleichzeitig, und Christine kam so, der Körper steif, ein Laut gegen Annas Scham, der uns alle mitzog. Ich hielt ihre Hüfte fest, stieß durch ihr Kommen hindurch, und sie zuckte und ließ nicht ab, weder von Anna noch von Henrik.
Ich kam in ihr, tief, mit einem Stoß, der mich leer machte, und ich blieb liegen, in ihr, und spürte, wie sie mich festhielt, die innere Muskulatur, als wolle sie etwas behalten, das sie nicht benannte. Henrik zog sich aus ihrem Mund, kam auf ihren Bauch, weiß gegen die dunkle Linie unter dem Nabel, und Christine strich durch das Nasse, als gehöre auch das zum Bild, das sie später nicht posten würde. Anna rutschte von ihrem Gesicht, küsste sie, langsam jetzt, und ich küsste Christines Schulter, den Choker, der sich verdreht hatte, eine Perle fehlte fast dem Blick. Wir blieben liegen wie ein Paar, Christine an meiner Brust, obwohl Henrik hinter ihr atmete und Anna über uns allen die Decke vom Sofa zog, und für eine Weile war der Regen das einzige, das den Salon noch füllte.
Christine sagte nichts von Ernst und nichts von Spiel, und ich wollte fragen und tat es nicht, weil eine Frage beides hätte wegnehmen können. Henrik lachte irgendwann leise und erzählte von einem Saunaclub in Berlin, von einem Abend, der noch offener sei als dieser, und Anna nickte und nannte einen Namen, den ich nicht behielt. Christine hörte zu, den Finger an einer Perle, und ich sah, dass sie einen Termingrund hatte, irgendetwas in ihrem Kalender, das sie nicht aussprach, und sie sah mich an, ohne zu sagen, ob ich als ihr Mann käme oder als Gast. Der Choker lag schief, unfertig, und ich wusste, dass sie ihn verlieren, als Abwesenheit fotografieren und mir nie sauber übergeben würde, und dass ich trotzdem jedes Mal im Raum sein wollte.
Im Taxi durch die nasse Stadt saß sie an meiner Seite, den Mantel über dem Kleid, den Choker unter dem Kragen verborgen, und Hamburg zog vorbei in Lichtern, die sich in den Pfützen brachen. Ich hielt ihre Hand, und sie ließ es zu, und wir sahen aus wie ein Paar, das nach Hause fährt, obwohl keines von uns sagte, wohin genau. Der Fahrer schwieg, der Scheibenwischer tickte, und ich wartete darauf, dass sie mich bat zu bleiben, dass sie das Wort aussprach, das den Abend aus dem Material holen würde. Christine lehnte den Kopf an die Scheibe, atmete gegen das Glas, und ich sah ihr Profil, die Fassung, die nichts Ornamentales hatte, und ich liebte diese Fassung und fürchtete sie.
Sie sprach von Berlin, nicht von uns, von einem Termin, den sie schon hatte, und von den Bertholds, die dort auftauchen würden, und sie umkreiste, was ich tun sollte, bis der Satz im Regen verlorenging. Ich hätte fragen können, ob ich als ihr Mann käme, und ich fragte nicht, weil ich den Preis schon spürte: Es gab jetzt eine Version von ihr, die nur existierte, wenn noch ein Mann und eine Frau im Raum waren, und es gab mich, den sie nicht behalten hatte. Vor ihrer Tür küsste sie mich, gründlich, und stieg aus, und durch das Fenster sah ich, wie sie den Choker unter dem Mantel zurechtrückte, unfertig und ihr, und das Taxi fuhr weiter, ohne dass sie gesagt hätte, ich solle bleiben.