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Christine Flores

Christine nach der Vernissage

Dreier zwei Frauen GeschichteGruppe11 Min. Lesezeit

Eine Geschichte von Christine Flores

Christine bleibt nach der Vernissage im Münchner Atelier, um eine in Auftrag gegebene Perlenkette zu übergeben. Der Käufer ist nicht allein. Eine Frau, die niemand vorstellt, bleibt einfach da.

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Das Atelier lag im Hinterhaus einer stillen Straße in der Maxvorstadt, und nach der Vernissage brannte nur noch die Lampe über dem Arbeitstisch. Die letzten Stimmen waren die Treppe hinuntergegangen, irgendwo klappte eine Tür, und in den Gläsern auf dem Sims stand noch Wein, der Lippenstift an den Rändern getrocknet war. Herbstluft drückte durch das gekippte Fenster und trug den Geruch von nassem Laub und warmem Metall. Unter der Platte lagen Feilen, ein Stück Leder zum Polieren, Drahtreste, und der Boden gab nach, wenn man das Gewicht verlagerte. Christine Flores war zweiundzwanzig und schloss die Vitrinen, als gehöre der Raum nach Mitternacht wieder ganz ihr. Ihre Finger waren ruhig, die Nägel kurz, an den Kuppen saß noch ein Hauch Poliermittel, und sie drehte den Schlüssel, ohne sich umzudrehen. Ich blieb, weil sie gesagt hatte, die in Auftrag gegebene Kette sei so weit, dass man sie anfassen könne, auch wenn die Fassung noch offen lag. Ich hätte gehen können. Ich blieb, weil ihre Stimme noch im Ohr lag, die Art, wie sie über Gold sprach, als wäre es Haut, und weil sie mich nicht hinauskomplimentiert hatte. Eine Frau, die niemand vorstellte, saß auf dem Hocker am Fenster. Das Licht schnitt ihr Profil aus der Dunkelheit, die Wangenknochen hoch, der Mund geschlossen, bis sie ihn öffnete. Sie zog den Mantel nicht aus und lächelte, als kenne sie den Preis bereits. Der Stoff war dunkel und schwer, Wolle, und sie hielt die Hände im Schoß, die Beine übereinander, als warte sie auf etwas, das nicht in den Vitrinen lag.

Christine stellte den unfertigen Südseeperlen-Choker auf das schwarze Tuch. Die Perlen waren nicht rund, sie hielten das Licht, und sie erklärte nicht, warum gerade diese. Jede Perle hatte eine eigene Unebenheit, eine milchige Tiefe, und wenn man sie drehte, fing sie das Gelb der Lampe anders ein, wärmer, dann kühler. Sie sprach von dem, was man erbt und was man weigert sich zu kopieren, und ließ das Lob, das ich ansetzte, einfach liegen. Ihre Stimme war leise und bestimmt, und sie sah dabei nicht mich an, sondern die Perlen, als gehörten sie schon einer anderen Geschichte. Lena Vogt war siebenundzwanzig, das wusste ich, und sie blieb einfach da, als gehöre der Abend ihr. Ich hatte den Namen gehört, irgendwann zwischen den Gläsern, ohne dass jemand ihn ausdrücklich nannte, und jetzt passte er zu dem Gesicht am Fenster, zu der Ruhe, mit der sie zusah. Der Preis wurde nicht genannt. Christine sah zu ihr hinüber und dann zu mir, und in dem Blick lag der Auftrag und etwas anderes, das sie noch nicht benennen wollte. Ich verstand, dass die Kette nur der Vorwand war, und dass Lena nicht zufällig saß, wo sie saß. Christine atmete einmal tief, die Schultern sanken, und sie wischte mit dem Handrücken über das Tuch, obwohl nichts darauf lag außer dem Choker.


Lena stand auf, ohne um Erlaubnis zu bitten, und ging um den Tisch. Ihre Schritte waren leise auf dem Holz, der Mantel rauschte einmal, und Christine sah ihr nicht entgegen, als wüsste sie schon, was kam. Christine hielt noch den Rand des Tuchs zwischen den Fingern, als Lena ihr Gesicht nahm und sie küsste. Es war kein vorsichtiger Kuss. Lenas Mund öffnete den ihren, und Christine machte einen Laut, der nicht zum Atelier und nicht zur Übergabe gehörte. Der Laut war klein und überrascht und dann nicht mehr überrascht, eher ein Nachgeben, das sie nicht zurücknahm. Ich blieb am Fenster stehen und sah zu, weil sie beide das wollten, das lag in der Art, wie Christine die Augen nicht ganz schloss und wie Lena den Kopf leicht zur Seite drehte, damit ich die Zungen sehen konnte. Lenas Hand lag an Christines Kiefer, der Daumen unter dem Ohr, und Christines Finger ließen das Tuch endlich los. Ich sah den Glanz an ihren Unterlippen, den feuchten Rand, und ich sah, wie Christines Atem schneller wurde, die Brust unter der Bluse sich hob.

Meine Hand fand den Stoff meiner Hose, ohne dass ich beschlossen hätte, sie dorthin zu legen. Der Stoff war warm, und darunter spannte sich bereits alles, schwer und deutlich. Christine bemerkte es. Sie löste den Kuss einen Herzschlag lang und sah zu meiner Hand, und ihr Mund war feucht und rot, und sie lächelte so, als kreise sie um das, was sie meinte, und warte, ob ich mitkäme. Der Blick hielt mich fest, ohne zu befehlen. Lena küsste sie weiter, tiefer, und schob eine Hand unter Christines Bluse an die nackte Haut. Christine atmete aus gegen Lenas Mund, ein Laut, der fast ein Wort war und keines wurde. Ich öffnete den Bund und fasste meinen Schwanz, der sich bereits gegen den Stoff gedrückt hatte, und strich langsam, während die beiden Frauen sich am Tisch küssten, als wäre ich Luft und zugleich der Grund, warum sie sich nicht trennten. Die Haut unter meiner Hand war heiß. Lena flüsterte etwas gegen Christines Lippen, zu leise für den Raum, und Christine nickte, ohne den Kuss zu unterbrechen, die Augen halb offen, immer noch zu mir gerichtet.


Lena zog Christine die Bluse über den Kopf, dann den BH, und Christines Brüste lagen frei im Licht der Werkstattlampe, die Haut warm, die Brustwarzen dunkel und hart. Die Lampe warf einen schmalen Kreis, und außerhalb davon war der Raum dunkel, nur das Fenster hell vom Hof. Lena sah sie an, nicht hastig, und strich mit den Knöcheln über eine Brustwarze, bis Christine die Schultern nach vorn nahm. Lena kniete, ohne zu fragen, öffnete Christines Hose und zog sie samt dem Slip hinunter, bis Christine nackt gegen die Kante des Tisches stand, die Schuhe noch an, die Haltung gerade, nicht schmückend. Die Hose blieb an den Knöcheln hängen. Lena schob ihr die Schenkel auseinander und leckte sie, flach zuerst, dann mit der Spitze der Zunge zwischen die Schamlippen, und Christine griff nach dem Tisch und stöhnte, ein langer Ton, der im hohen Raum stehen blieb. Sie stöhnte noch einmal, kürzer, und ihre Finger knickten sich um die Kante, das Holz hell unter den Nägeln.

Ich nahm den Choker vom Tuch. Die Fassung war noch offen, die Perlen lagen schwer in meiner Hand, und ich trat hinter Christine und legte ihm um ihren Hals, während Lena unten an ihr arbeitete. Die Perlen waren kühl und glatt und hatten Gewicht. Christine atmete scharf ein, als das kühle Metall ihre Haut berührte. Ich schloss die offene Fassung nicht, ich hielt die Enden nur zusammen, und die Perlen setzten sich in die Mulde über ihrem Schlüsselbein. Von hinten sah ich den Ansatz ihres Nackens, die feinen Härchen, die sich aufstellten. Lena stöhnte gegen Christines Fotze, als sähe sie die Kette vom Boden aus, und leckte fester, zwei Finger in sie schiebend, nass und laut. Das Geräusch war deutlich, feucht, und Christines Schenkel zitterten gegen Lenas Schultern. Christine zitterte. Sie sah nicht zu Lena hinunter, sie sah zu mir, und ich wusste, dass sie den Auftrag wollte und diesen Sex und dass sie nicht wusste, was die Frau auf den Knien außer dem Abend noch mitnehmen würde. „Halt sie“, sagte Lena unten, ohne aufzusehen, die Stimme gegen Christines Haut, und ich hielt die Enden fester, die Perlen fest in der Mulde, während Christine den Kopf in den Nacken legte und den Mund öffnete, ohne etwas zu sagen.


Christine ließ sich auf den Hocker gleiten, den Lena verlassen hatte, und zog mich an dem offenen Bund zu sich. Die Kante des Holzes drückte gegen die Rückseite ihrer Knie. Sie nahm meinen Schwanz in den Mund, warm und nass, die Lippen fest, und ich spürte ihre Zunge an der Unterseite, während die Perlen an ihrem Hals sich mit jeder Bewegung verschoben. Sie nahm ihn tiefer, dann weniger, und ihre Hand lag an meiner Hüfte, nicht schiebend, nur da. Lena stieg auf den Tisch, nackt inzwischen, und setzte sich Christine auf das Gesicht. Ich sah Lenas Bauch, die Linie zum Schamhaar, die Art, wie sie sich senkte, langsam, als prüfe sie, ob Christine sie trug. Christine stöhnte um meinen Schwanz, als Lenas Fotze ihren Mund fand, und ich sah, wie ihre Hände Lenas Schenkel hielten, die Finger eingedrückt ins Fleisch. Lenas Haut war blass im Lampenlicht, die Innenseite der Schenkel schon glänzend.

Lena rieb sich an Christines Mund, langsam zuerst, dann mit einem Rhythmus, der Christines Kopf nach hinten drückte. Ich fickte Christines Mund mit kurzen Stößen, nicht grob, fest genug, dass sie würgte und trotzdem nicht zurückwich. Speichel lief ihr übers Kinn auf die Brust, wo der Choker lag. Die Perlen wurden nass. Lena sah mir zu, während sie sich von Christine lecken ließ, und ihre Stimme war ruhig, als sie sagte, ich solle nicht wegsehen. Ich sah nicht weg. Christines Augen waren feucht, ihre Nase gegen Lenas Scham gedrückt, und sie saugte mich tiefer, als wolle sie beweisen, dass sie beides zugleich konnte, den Schwanz und die Frau, die auf ihr saß. Lena atmete durch den Mund, die Lippen feucht, und sagte leise, sie solle die Zunge flacher halten, dann fester, und Christine gehorchte, das Stöhnen in meinem Schwanz spürbar, ein Vibrieren, das bis in den Unterleib ging. Ich hielt ihren Hinterkopf nicht, ich ließ sie arbeiten, und sah, wie Lenas Finger sich in Christines Haar vergruben, ohne zu ziehen.


Ich zog mich aus ihrem Mund und drehte Christine zum Tisch. Speichel verband uns noch einen Moment. Sie beugte sich über die Platte, der Choker glitt nach vorn, und ich schob meinen Schwanz in ihre Fotze, die nass war von Lenas Mund und von ihr selbst. Sie war eng und heiß, und ich stieß bis zum Anschlag hinein, die Hände an ihren Hüften. Sie machte einen Laut gegen das Holz, die Stirn fast auf der Platte. Lena setzte sich vor sie auf den Tisch, die Schenkel offen, und Christine leckte sie, während ich sie von hinten fickte, jeder Stoß schob ihren Mund gegen Lenas Scham. Das Atelier roch nach Sex und nach dem Öl, mit dem Christine tagsüber die Fassungen rieb. Ich hörte das feuchte Geräusch, hörte Lenas Atem, hörte, wie Christines Brustwarzen die kühle Platte berührten. Lena hielt Christines Haar aus dem Gesicht und sah mir über ihren Rücken hinweg zu, die Augen dunkel, der Mund halb offen.

Wir tauschten, ohne viel zu sprechen. Ich zog mich aus Christine und nahm Lena, die sich auf den Rücken legte, und Christine kniete dazwischen und leckte uns beide, meine Schwanzwurzel, wo ich in Lena verschwand, Lenas Klitoris, das Nasse, das zwischen uns entstand. Lena war anders, weiter, und sie hakte die Fersen in meine Lenden, nicht ungeduldig, nur fest. Christine leckte, wo wir uns trafen, die Zunge heiß, und Lena stöhnte meinen Namen nicht, sie stöhnte gar keinen Namen, nur Luft. Dann knieten beide Frauen vor mir und teilten meinen Schwanz, Christines Mund und Lenas Mund abwechselnd, die Zungen aneinander und an mir, Speichel, Lippen, Zähne ganz leicht. Ich hielt Christines Haar und kam, als Lena meinen Schwanz aus ihrem Mund nahm und ihn auf Christines Brust richtete. Das Sperma lag hell auf ihrer Haut und auf den Perlen, tropfte in die Zwischenräume der Kette, und ich sah auf die Kette, nicht ins Gesicht. Es tropfte langsam, blieb in den Mulden, und Christines Brust hob sich darunter, als sie den Atem anhielt.

Christine merkte es. Ich sah es an ihrem Atem, an der Art, wie sie stillhielt, als wolle sie in diesem Moment das Stück sein und nicht die, die es gemacht hatte. Lena strich mit zwei Fingern durch das Nasse auf den Perlen und führte die Finger in Christines Mund. Christine saugte sie ab und sah mich an, und in dem Blick lag etwas, das ich nicht kaufen konnte. Sie ließ die Finger länger im Mund, als nötig gewesen wäre, und Lena zog sie erst heraus, als Christine die Lippen schloss.


Ich war noch hart genug. Lena hielt Christine die Schenkel auf, die Hände unter den Knien, und spreizte sie für mich, während sie zur Seite saß und zusah. Christine lag auf dem Rücken auf dem Tisch, der Choker noch am Hals, mein Sperma trocknend auf ihrer Brust, und ich schob mich wieder in sie. Sie war nasser als zuvor, weicher, und sie nahm mich ohne Widerstand, die Augen offen. Lena flüsterte ihr Dinge, die ich nicht alle verstand, und Christine antwortete mit einem Laut, der Zustimmung war. Ich hörte Bruchstücke, Halt, so, ja, und Christines Stimme darunter, klein und rau. Ich fickte sie tiefer als zuvor, und Lena schaute zu, ohne sich zu berühren, nur haltend, nur sehend, und Christine kam mit einem Stoß, der ihren Rücken vom Tisch hob, die Perlen klackten gegeneinander, und ich hielt mich in ihr, bis ihr Körper sich legte. Sie zog sich um mich zusammen, einmal, dann noch einmal, und ich blieb still, die Hände an ihren Hüften, bis das Zittern nachließ.

Danach lag sie still, Lenas Hände noch an ihren Schenkeln, und niemand sagte, wer Lena war. Christine fragte nicht. Sie atmete, sah zur Decke, und ihre Finger fanden den Choker, als prüfe sie, ob er noch saß. Die Perlen waren warm geworden von ihrer Haut. Lena löste die Hände erst, als Christine die Knie selbst zusammennahm, langsam, und ich trat einen Schritt zurück, den Atem noch nicht ruhig.


Am Morgen war Lena weg. Der Hocker am Fenster stand leer, der Mantel fehlte, und im Atelier roch es nach Kaffee, den Christine irgendwann aufgesetzt haben musste. Das Fenster war noch gekippt, die Herbstluft kälter, und auf dem Arbeitstisch lag das schwarze Tuch glatt, als wäre nichts darauf gewesen. Ich behielt die Kette. Sie lag in meiner Jackentasche, die Fassung immer noch offen, die Perlen matt von der Nacht. Christine fragte nicht nach Lena und nicht nach dem Preis. Sie stand vor dem kleinen Spiegel an der Wand, den Hals nackt, und fotografierte die Stelle, wo der Choker gelegen hatte, die leichte Rötung, die Mulde. Der Blitz war aus, nur das Morgenlicht, und sie hielt das Telefon ruhig, als dokumentiere sie eine Fassung, nicht eine Nacht. Sie schickte das Bild ohne Text an mich, während ich noch im Raum war, und mein Telefon vibrierte gegen die Perlen in der Tasche.

Ich sah sie an. Sie war angezogen, die Haltung wieder die ihre, und sie wartete nicht auf eine Antwort. Die Bluse war zugeknöpft, das Haar gebunden, und nur am Hals blieb die Spur, die sie selbst festgehalten hatte. Als sie den Mantel nahm, sagte ich, dass in Hamburg eine private Party stattfinde, in einer Wohnung, nicht öffentlich, und dass ein zweites Paar komme. Christine blieb mit der Hand an der Klinke stehen. Sie lächelte nicht. Sie nickte nur, als kreise sie schon um das, was das heißen könnte, und ging, ohne das Stück und ohne eine Deutung der Nacht. Die Tür fiel leise ins Schloss, und ich blieb mit der offenen Fassung in der Tasche und dem Bild auf dem Display, der Mulde an ihrem Hals, die schon verblassen würde, bevor der Zug nach Hamburg fuhr.